Pfarrkirche St. Barbara Forst
Die erste Forster Pfarrkirche, die vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstanden ist, wurde im gotischen Stil erbaut und war sehr klein. Sie stand auf dem freien Platz gegenüber der heutigen St. Barbara Kirche. Diese Kirche wurde während des Dreißigjährigen Krieges stark beschädigt und durch Witterungseinflüsse fast unbrauchbar. Den Rest gab der Kirche ein Brand im Jahre 1741, der durch einen Blitzschlag verursacht wurde. Im Januar 1746 begann man mit dem Bau einer neuen Kirche, die nun an gleicher Stelle im barocken Stil errichtet wurde und im Jahre 1749 eingeweiht werden konnte. Da jedoch Forst immer größer wurde, hatte man bereits in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eingesehen, daß eine größere Kirche notwendig war. Die Armut der Gemeinde ließ jedoch einen Neubau der Kirche zunächst nicht zu. Bereits 1837 wurden die ersten Baupläne für einen Neubau fertig. Immer wieder gab es Streitigkeiten über die Verteilung der Baupflichten. Erst durch einen Erlaß des Großherzöglichen Katholischen Kirchenrates vom 27.8.1841 wurde die Baupflicht geklärt. Trotzdem dauerte es noch 41 Jahre bis der Neubau nach den Plänen des Bruchsaler Bezirksbauinspektors Knoderer durch den Oberstiftungsrat genehmigt wurde. Schon im Juli 1882 waren Grabarbeiten im Gange und am 22.10.1882 konnte neben dem Hauptportal der Kirche der Grundstein gelegt werden. Nach fünfjähriger Bauzeit erfolgte am 12.10.1887 die Einweihung der neuen Kirche durch Erzbischof Johann Christian Roos von Freiburg. Bei seinem Einzug in das festlich geschmückte Dorf rief der Erzbischof begeistert aus: "Das ist ja eine Kathedrale!"
Das Gotteshaus im Neurenaissancestil errichtet ist dreischiffig; das Mittelschiff wird durch jeweils sieben Pfeiler bzw. Säulen von den beiden Seitenschiffen getrennt. Das Langhaus ohne Chor und Turmhalle mißt 35m bei einer Breite von 20m. Der Turm ist 56m hoch und wirkt durch das Rauhmauerwerk ungemein wuchtig. Auffallend ist die Dreiteilung des Chores. Im unteren Teil des Chorraumes ist der im Halbkreis um den Altar gebaute Umbau mit den außen liegenden Rundbogenfenstern. Der Bauteil darüber wird von sieben Strebepfeilern beherrscht, zwischen denen die großen Doppelfenster und die kleinen Rundfenster Licht in den Chorraum fallen lassen. Der Chorraum wird nach oben durch die Kuppel abgeschlossen, die durch acht kräftige, gemauerte Gurte gegliedert ist, zwischen denen sich kleine Rundbogenfenster befinden. Der Hochaltar, der eine Kreuzigungsgruppe darstellte, wurde bei einer Renovation im Jahre 1960 entfernt. Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 - 1965) erforderte die weitere Umgestaltung des Chores. In der Mitte des Chorraumes wurde der neue Altar aus Edelrot-Jura-Marmor aufgestellt, der es dem Priester ermöglicht, die Heilige Messe zum Volk hin zu zelebrieren.
Einen großen Raum nahm im religiösen Leben der Gemeinde die Verehrung der Fatima-Madonna ein. 1934 erhielt der damalige Ortsgeistliche Pfarrer Johann Schmitt eine Statue der Mutter Gottes, die 1917 den drei Hirtenkindern in Fatima (Portugal) erschienen war. Die Statue ist aus brasilianischem Zedernholz und enthält Holzsplitter der Steineiche. über der Maria den Kindern erschien und mit ihnen sprach. Die etwa 2m hohe Statue wurde von dem portugiesischen Bildhauer José Ferreira Thedim geschaffen, der die ersten Fatima-Madonnen nach den Angaben des Hirtenmädchens Lucia schnitzte. Die eindrucksvolle Fatima-Statue steht heute auf dem linken Seitenaltar vor dem mit italienischen Glas- und Goldmosaik verkleideten Mauerwerk, das an das Sonnenwunder von Fatima erinnern soll. Gläubige aus nah und fern kamen und kommen auch heute noch immer wieder, um vor dem Marienaltar zu beten.
